Ausgewählte Referenzen

Dachdecker

Die Dächer der St. Wolfgang-Kirche in Glashütte

Die neu eingedeckte Dachlandschaft der St. Wolfgang-Kirche ist ein Meisterstück des Dachdeckerhandwerks. Neben verschiedenen und seltenen Deckmaterialien kamen historische Ausführungen zum Einsatz, die den Originalzustand wiederherstellen. Mit den zwei neuangefertigten Wetterfahnen krönten wir unsere Arbeiten an dieser einladenden Kirche.

 

Thüringer Dachdeckerhandwerk vom Feinsten

Um 1519 genehmigte Herzog Georg den Umbau der in Glashütte vorhandenen Bergkapelle zu einer Pfarrkirche. Die Bauarbeiten an der Kapelle, welche nach dem Schutzheiligen der Bergleute, dem Regensburger Bischof St. Wolfgang benannt war, begannen 1520 und endeten im Jahre 1579 mit der Fertigstellung des Kirchturmes.

Die Kirche hat ein breites, mit hohem Satteldach gedecktes Langhaus und einen schmalen Chor mit polygonalem Ostabschluss. Den großen Turm krönt eine Welsche Haube mit Laterne und Zwiebel. Die seltene holzgeschnitzte Bergmannskanzel übergab der Dresdner Handels- und Ratsherr Salomon Voigt 1650 als Geschenk. Eine, auf einem Block von örtlichem Gestein (Quarz, Gneis, Amethyst und Schwerspat) stehende, übermannsgroße Gestalt eines Obersteigers in Festtracht trägt die Predigtkanzel. Die erste Orgel wurde 1597 angeschafft, 200 Jahre später baute Johann Christian Keyser, Schüler des berühmten Orgelbaumeisters Gottfried Silbermann, die 2. Orgel.

 

Langlebige Schieferdeckung mit seltenem Thüringer Dachschiefer

Wer im Internet den Suchbegriff “thüringer schiefer kaufen” eingibt, findet einige Adressen, die er anklicken kann; doch wird ihm dann Material aus Spanien, Brasilien oder allenfalls Altlayer Schiefer angeboten. Es gibt keinen Thüringer Dachschiefer mehr zu kaufen.

Das letzte Objekt, auf dessen Dachflächen wir den dunklen Thüringer Dachschiefer aufbringen konnten, war der Turm der Kirche St. Wolfgang in der sächsischen Uhrenstadt Glashütte. Von dieser Deckung kann man eine Grenznutzungsdauer von mehr als zweihundert Jahren erwarten, denn sie wurde mit gerauten Edelstahlnägeln auf der Schalung befestigt. Die im Allgemeinen verwendeten verzinkten Befestigungsmittel begrenzen die Lebensdauer einer Schieferdeckung in unnötiger Weise auf einige Jahrzehnte.

Damit die mit Edelstahlnagelung mögliche extrem lange Lebensdauer einer Deckung wirklich erreicht wird, muss natürlich auch die Nagelfestigkeit der Schalung über diese Zeit gewährleistet sein. Im Deckungsbild einer Turmhaube ist dafür vor allem die millimetergenaue Anarbeitung der Schieferplatten an den Graten entscheidend. Diese von Planern häufig nicht berücksichtigte und bei der Abnahme dann auch nicht kontrollierte Leistung ist sehr aufwändig und verlangt vom Schieferdecker ein außergewöhnliches Maß an Sorgfalt.

 

Der Schwenkgrat - eine historische Gratausbildung ohne Gratziegel

Grate waren nicht nur an der Turmhaube der St. Wolfgangskirche ein Thema, sondern in ganz besonderer Weise auch am Dach des Chorraumes. Die heute übliche Gratausbidung an einem Biberschwanzdach erfolgt mit vermörtelten und zusätzlich an der Gratlatte befestigten Gratziegeln. Auf alten Fotos der Glashütter Kirche war jedoch deutlich zu erkennen, dass die historische Deckung ohne Gratziegel aufgebracht worden war.

Dass man in Zeiten der Handstrichbiber bestrebt war, ohne die damals vergleichsweise teuren Gratziegel auszukommen, verwundert nicht. Gratziegel werden im Lauf der Jahrzehnte häufig zu Schwachpunkten, dagegen war die Regendichtigkeit der alternativen Grate trotz beträchtlichen Alters der Deckung noch tadellos – neben der Wiederherstellung des historischen Erscheinungsbildes ein Grund, auch bei einer Neudeckung die alte Handwerkstechnik anzuwenden, für die es nach unserem Kenntnisstand noch keine gängige Bezeichnung gibt. Wir möchten den Begriff Schwenkgrat vorschlagen, der in der Holzschindeldeckung gebräuchlich ist und dort eine ganz ähnliche Gratausbildung benennt.

Die Herstellung eines Schwenkgrates in einer Biberschwanzdeckung
erfordert folgende Arbeitsschritte:

  • Lattungsenden niederarbeiten bzw. abrunden
  • Lattung vorbohren und anschrauben
  • Erforderlichenfalls beidseitig des Sparrens unterhalb der Tragelattung zusätzliche Latten als Stütze montieren
  • Biber konisch schneiden und an den Rändern für eine abgerundete Gratkontur verschmälern
  • Jeden Ziegel verschrauben
  • Vermörtelung der Ziegel mit Längsfugenschlag
  • Wenn die Dachflächen am Grat relativ kleine Winkel zueinander aufweisen, kann für ein gutes Ergebnis die Verwendung von Sonderziegeln, die um ihre Längsachse gebogen sind, notwendig sein

 

Fledermausgaupen, Kupferblechverkleidung und Wetterfahne

Erfahrung und Sorgfalt erforderte auch die Herstellung der acht Fledermausgaupen in der ofenbunten Biberschwanz-
deckung der Dächer, die Verkleidung der Laterne des Turmes mit profiliertem Kupferblech sowie die Montage der von uns restaurierten bzw. neu hergestellten Bekrönungen, deren Wetterfahnenlagerung vollständig vor jeglichem Witterungseinfluss geschützt sein muss. Auf zahlreichen Kirchtürmen zeugen verfaulte Königsstiele von unzureich-
ender Beachtung dieser Anforderung. Das liegt einfach daran, dass früher der Dorfschmied meist nur einmal in seiner beruflichen Laufbahn Gelegenheit zur Anfertigung und Montage einer Bekrönung hatte, wodurch sich kein Fundus an handwerklichen Erfahrungen herausbilden konnte und immer wieder die gleichen Fehler gemacht wurden.

Gewerk Dachdecker

  • Komplette Dachdeckung (Kirchenschiff und Chor) in Biberschwanzdoppeldeckung mit verschiedenen Farbnuancen
  • Herstellung von 8 Stück historischen Fledermausgaupen
  • Eindeckung der Grate am Chor ohne Gratziegel, ausschließlich nur mit Flächenziegel
  • Sämtliche Spenglerarbeiten in Kupfer
  • Barocke Haube mit Aufrichterbereich/Laterne (konvexe und konkave Flächen)
  • Aufbringen einer Altdeutschen Schieferdeckung mit Thüringer Schiefer auf die geschwungenen Teilflächen
  • Umlaufende Profilierung und komplizierte Schmuckornamente im Bereich des Laternenbereiches
  • Neuherstellung und Vergoldung der Turmbekrönung
  • Neuherstellung und Vergoldung der Chorbekrönung

Ziegeldeckung ca. 600 m², Schieferdeckung ca. 120 m², Kupferdeckung ca. 60 m²


Zeitraum
Sep. 2008 – Mai 2009

Auftragswert
155.620,- € (brutto)

Ansprechpartner
Hartmut Fabian

Planungsbüro
Architekturbüro Knüpfer
Gartenstraße 13
01796 Pirna

Bauherr
Kirchgemeinde Glashütte
Müglitzstraße 31a
01768 Glashütte

Gemischte Ziegeldeckung an der Kirche in Schkauditz

Eine der wenigen noch vollständig erhaltenen romanischen Kirchen Mitteldeutschlands steht im kleinen Ort Schkauditz. Die Neueindeckung in gemischter Biberschwanzdeckung sichert nicht nur die Kirche, sondern erhält auch ihr historisches Erscheinungsbild.

 

Romanik zum Leben erweckt

Schkauditz, ein kleiner Ortsteil der Großgemeinde Wetterzeube mit 16 Ortsteilen und knapp 2.000 Einwohnern im Süden Sachsen-Anhalts, wird in einigen Jahren das 900-jährige Bestehen seines Gotteshauses feiern können und besitzt damit ein Kleinod, wie es im mitteldeutschen Raum nicht mehr viele gibt. Trotz sorgsamer Unterhaltung war jedoch mit den Jahren eine Neueindeckung von Kirchenschiff, dem Kirchturm und dem kleinen halbrunden Chor für den weiteren sicheren Fortbestand der kleinen Kirche unumgänglich geworden.

Der Wunsch unserer Dachdeckerabteilung, auch den oberen Gebäudeabschluss eines denkmalgeschützten Gebäudes mit Rücksicht auf dessen Geschichte angemessen behutsam auszubilden, ohne damit inakzeptabel hohe Kosten zu verursachen, stieß uns bereits vor Jahren geradezu mit der Nase auf eine völlig neue Möglichkeit, abwechslungsreiche Dachlandschaften nach historischem Vorbild zu schaffen – die „gemischte Biberschwanz-
deckung“. Erstmals wendeten wir diese Art der Eindeckung an der Kirche in Espenfeld bei Arnstadt an. Biberschwanzziegel verschiedener Hersteller, Chargen, Formen und Farbigkeiten wurden „gemischt“ und zu einem gestalterisch sehr ausgewogenen Ganzen optisch zusammengeführt.

 

Eindeckungen so lebendig, organisch und auffällig unauffällig

Grundlage für die Festlegung der „richtigen“ Ziegelmischung ist es, die für das jeweilige Gebäude passende Grundfarbigkeit und den Umfang des Farbspiels (farblicher Unterschied der am meisten differierenden Farben) sowie den jeweiligen Mengenanteil festzulegen. Das Zusammenspiel unterschiedlicher Formen und Farben erschafft schließlich ein einzigartiges Dach, das die Gesamtwirkung eines Gebäudes deutlich hervorheben kann.

Wir bieten als Varianten einer gemischten Biberschwanzdeckung:

  • 1. Die Verlegung alter, wieder verwendbarer Ziegel meist unterschiedlicher Herkunft, ggfs. auch unter Materialeinsatz der vorherigen Eindeckung
  • 2. Die Verwendung alter, noch gebrauchsfähiger Ziegel, gemischt mit neuen
  • 3. Die Eindeckung mit neuem Material verschiedener Hersteller (ggfs. auch mit unterschiedlichem Zuschnitt) – der je nach Grundstoff leicht abweichende Grundfarbton der Ziegeleien führt zu einem erstaunlichen Farbspiel.
  • 4. Die Verwendung neuer, aus Baustellenrestposten zusammengestellter Ziegel – diese können, obwohl es sich um erstklassiges Material handelt, wesentlich kostengünstiger angeboten werden.

Die Verarbeitung der unterschiedlichen Materialien auf einem Dach verlangt dem Ausführenden nicht nur handwerkliches Geschick, sondern vor allem Erfahrung, Augenmaß und ästhetisches Empfinden ab. Bei Ausführung der Dacheindeckung mit Produkten unterschiedlicher Hersteller, Farbtöne, Schnittformen und Breiten ist durch die erforderliche „gleichmäßig unregelmäßige“ Durchmischung des Materials bei dem weitgehend „zufälligen“ Verlegen der Ziegel ein hohes Maß an Übersicht erforderlich. Schnell hat der Ausführende ein „Muster“, einen dunkelroten „Fleck“ oder eine zu lange Reihe gleichartiger Ziegel verlegt, die das Gesamtbild störend beeinflussen. Notwendig ist es deshalb unbedingt, sich das Dach während des Eindeckens immer wieder aus einer gewissen Entfernung zu betrachten. Viele in den vergangenen Jahren von uns umgesetzte Vorhaben und das mitunter begeisterte Urteil unserer Auftraggeber belegen: Die Eindeckung eines Daches mit einer gemischten Biberschwanzdeckung ist immer ein Unikat und betont die Wirkung des Gebäudes.
Nach Aufnehmen der Alteindeckung mussten verschiedene schadhafte Stellen des Dachstuhles entfernt, einzelne Sparren ausgewechselt, Profilbalken erneuert sowie das Fachwerk am Kirchturm ausgetauscht werden. Bei der anschließenden Neueindeckung von Kirchturm und Schiff stellten die Dachformen hinsichtlich ihrer Geometrie keine besondere Herausforderung dar. Die Eindeckung des Halbkegels des Apsisdaches hingegen forderte aufgrund des halbrunden Grundrisses und der sich nach oben verjüngenden Dachfläche jedoch auch unseren geübten Dachdeckern einiges ab. Erst durch den unterschiedlich breiten, teilweise auch konischen Zuschnitt der Ziegel kann das Eindecken eines sich nach oben verjüngenden Halbkreises realisiert werden. Die Regendichtigkeit wird durch das trotz verschiedener Ziegelbreiten weitgehend mittige Verlegen der jeweils oberen Ziegelreihe über der Stoßfuge der unteren Reihe erreicht. Um eine gleichmäßige, geometrische Form des Halbrundkegels zu erreichen, muss die Tragelattung mit äußerster Präzision, ohne Knicke und Kanten mit gleichmäßiger Ausrundung hergestellt und auf den Sparren befestigt werden.

 

Der krönende Abschluss

Abschließend wurde der erfreulicherweise zu erhaltende Turmknopf von uns aufwändig restauriert und zusammen mit der (aufgrund ihres schlechten Zustandes originalgetreu erneuerten) Wetterfahne aus Kupfer auf das neue Turmdach aufgesetzt.

Auch für unsere wettergegerbten und mit allen Wassern gewaschenen Dachdecker war es etwas Besonderes, an einer der seltenen, weitgehend vollständig erhaltenen romanischen Kirchen Mitteldeutschlands zu arbeiten und für deren weiteren Bestand Sorge zu tragen.

“Es ist zur Erhaltung eines Gebäudes was sehr Wesentliches, dass das Dach mit Vernunft gemacht, und Sorgfalt unterhalten werde.“
(aus einem Fachbuch des 18. Jahrhunderts)

 

Gewerk Dachdecker

  • Abnehmen der Alteindeckung
  • Arbeiten am Dachstuhl: einzelne Sparren ausgewechselt, Profilbalken erneuert
  • Austausch des Fachwerks am Kirchturm
  • Biberschwanz-Doppeldeckung gemischte Deckung mit unterschiedlichen Farbnuancen am Kirchturm, Kirchenschiff und Apsis
  • Deckung eines Halbkegels in Biberschwanz-Doppeldeckung
  • Restaurierung des Turmknopfs, Neuanfertigung der Wetterfahne

Zeitraum
Aug. 2010 – Feb. 2011

Auftragswert
120.000,- € (netto)

Ansprechpartner
Hartmut Fabian

Objektadresse
Schkauditzer Heimat- und Kirchenverein e.V.
Dorfstraße 9a
06722 Wetterzeube

Felsberäumung in Tüchersfeld

Durch Verwitterungsprozesse und Pflanzenbewuchs kommt es an Felsformationen immer wieder zum Herunterfallen von Gesteinsbrocken. Wenn solche Felsen, wie in Tüchersfeld, im öffentlichen und bewohnten Raum liegen ist besondere Vorsicht geboten. Wir überprüfen, sichern und beräumen Felsformationen schon seit vielen Jahren.

 

Arbeiten, wo andere Urlaub machen

Aus der reizvollen Landschaft mit ihren markanten Felsgebilden weht sie ein Hauch von Urlaub an, der einige Mitarbeiter schon zu einer Wildwasserfahrt im Kanu auf der türkisfarbenen Wiesent animierte. Nach den umfangreichen Ruinen- und Felssicherungsarbeiten an der Neideck, nach Sicherungen an den steilen Felsen der Burg Pottenstein ist die Felsberäumung in Tüchersfeld der dritte Auftrag an einem Dolomitriff der Fränkischen Jura. Diese Gesteinsformationen entstanden in der jüngsten Periode des Jura, dem Malm, vor etwa 150 Millionen Jahren. Damals war die Gegend von einem seichten Schelfmeer bedeckt, in dessen tropisch-warmem Wasser vorwiegend Kieselschwämme und Blaugrünalgen wuchsen, die Kalk in ihre Skelette und Schalen einlagerten. Bei der späteren Hebung der Frankenalb im Jungtertiär wurden die harten Schwammriffe durch die Wasserläufe herausmodelliert.

Obwohl der Dolomit (MgCO3 CaCO3), aus dem sie überwiegend bestehen, ein recht beständiges Mineral darstellt, sind die Felsen doch den vielfältigen Verwitterungsprozessen unterworfen, die immer wieder zum Abfallen kleiner oder auch größerer Gesteinsbrocken führen. Das herabfallende Material gefährdet dann die Verkehrswege und die Fachwerkhäuser, die malerisch wie an die Felsen geklebt zu sein scheinen.

Dieser latenten Gefährdung kann mit unterschiedlichen Maßnahmen begegnet werden, bei denen mit dem erzielbaren Grad an Sicherheit auch der Aufwand beträchtlich ansteigt (s. Tabelle).

In Tüchersfeld entschied man sich für eine Sicherungsmaßnahme der Stufe 1. Der Einsatz von Roundup kam wegen der Nähe der Wohnbebauung nicht in Frage, und Netze hätten die Ästhetik des Briefmarkenmotivs Tüchersfeld (1995) beeinträchtigt. Die Arbeiten wurden von unseren Dachdeckern ausgeführt, die sämtlich in alpiner Abseil- und Sicherungstechnik ausgebildet sind. Das seilunterstützte Arbeiten hat in der Firmengruppe Bennert eine Tradition, die tief in die Zeiten der DDR-Mangelwirtschaft zurückreicht.

 

Maßnahmen zur Felssicherung

 

Maßnahme Wirkung
Beräumung der Felsoberfläche von absturzgefährdetem Steinmaterial, Entfernen von Humusnestern und niederen Pflanzen, Abschneiden von Sträuchern und Bäumen Weil die Verwitterungsprozesse fortdauern und die Absturzgefährdung nur subjektiv beurteilt werden kann, ist Sicherheit nicht umfassend und nur für einen begrenzten Zeitraum herzustellen; einige Arten von Sträuchern (z.B. Haselnuss) werden durch das Abschneiden nicht abgetötet und setzen ihre Wurzelsprengung fort.
Wie bei 1., jedoch unter zusätzlicher Anwendung von Herbiziden wie z.B. Roundup Weil die Durchwurzelung gestoppt wird, verlängert sich der Zeitraum bis zur nächsten notwendigen Beräumung deutlich
Aufbringen eines Steinschlagschutznetzes als verzinktes Drahtnetz (z.B. Sechseckdrahtnetz) mit Felsnägeln einer Länge kleiner 2 m Nachhaltige Sicherung gegen das Herabfallen von Steinen und Kluftköroern bis etwa 100 kg, Aufwand ist deutlich erhöht gegenüber 1 und 2
Aufbringen eines hochfesten Stahlseilnetzes mit wählbarer Maschenweite und Stärke der Drahtseile (z.B. 4mm), Felsanker mit einer Länge über 2 m, um auch vorhandene Klüftungen zu sichern Bestmögliche Sicherung auch gegen den Absturz von Kluftkörpern mit Massen von mehreren Tonnen, vergleichsweise hoher Arbeitsaufwand und Materialeinsatz

 

Gewerk Dachsanierung

  • Höhenarbeiten mit Alpiner Zugangstechnick
  • Beräumung der Felsoberfläche von absturzgefährdetem Gesteinsmaterial
  • Entfernen von Humusnestern und niederen Pflanzen
  • Stutzen bzw. Abschneiden von Sträuchern und Bäumen

Zeitraum
Okt. 2009

Ansprechpartner
Hartmut Fabian

Bauherr
Fränkische Schweiz-Museum Tüchersfeld
Am Museum 5
91278 Pottenstein

Holzschindeldeckung an der Klosterkirche St. Martin in Fischbachau

Im oberbayerischen Fischbachau arbeiteten unsere Zimmerleute und Dachdecker an der Neudeckung der Haube des barocken Turmes der Klosterkirche St. Martin. Die Kirche aus dem 11. Jahrhundert weist die für das Alpen- und Alpenvorland typische Holzschindeldeckung auf.

 

Holzschindeln sind eine Dachdeckung mit Tradition

Schindeln dürften das älteste von Hand geschaffene Deckungsmaterial im europäischen Raum sein. Bis in das 18. Jahrhundert hinein war in Mitteleuropa das Weichdach – die Dachdeckung in Stroh, Reet oder mit Holzschindeln – die häufigste Dachdeckungsart. Aus den Städten wurde Schindeln vor allem wegen des Brandrisikos verdrängt, bis die städtischen Bauordnungen sie schließlich verboten.

Dass die Holzschindeldeckung bis in unsere Tage in manchen Gegenden, wie dem Alpen- und Voralpenraum bis in heutige Tage gebräuchlich sind, hat verschiedene Ursachen. Meist stellte der Hofbesitzer die Holzschindeln für seine einfachen Dachgeometrien als Winterarbeit selbst her und verlegte sie auch selbst. Mit keinem anderen Dachdeckungsmaterial hätte er die Arbeitsschritte von der Gewinnung bis zur Verlegung selbst ausführen können.

Nicht zuletzt wegen ihrer Robustheit erleben Holzschindeln derzeit auch in der modernen Architektur im Alpenraum eine Renaissance als Dachdeckung und Wandverkleidung.

Gespalten, gedämpft und gebogen

In Fischbachau stellte es eine große Herausforderung dar, die flachen Schindeln an die stark gekrümmten, konkaven und konvexen Flächen der Turmzwiebel anzuarbeiten. Deshalb entsann man sich einer alten Methode, um die einzelnen Holzschindeln in beliebige Krümmungen biegen zu können. Hierfür wurden sie in einem zweckentfremdetem Kartoffeldämpfer gegart, bis die einzelnen Fasern eine ausreichend plastische Formbarkeit erreichen. Anschließend kamen sie unter eine eigens hierfür angefertigte Presse, wo die Dachdecker sie in die jeweils gewünschte Krümmung biegen. Schließlich wurden die Schindeln mit kaltem Wasser abgeschreckt und montiert. Die Technik des Holzbiegens mit Dampf hatten im übrigen schon die alten Ägypter angewandt, um Planken für den Schiffsbau zu formen.
Mit gespaltenen Holzschindeln gedeckte Dächer haben eine sehr hohe Lebensdauer – bis zu 70 Jahre und mehr sind keine Seltenheit. Für die Eindeckung des Turms von St. Martin verwendeten wir daher gespaltene Holzschindeln und nicht die oft aus Kostengründen angebotenen gesägten Schindeln, die deshalb oft noch mit einer nur mäßig wirksamen Imprägnierung versehen werden müssen.

Heute ziert die mit Holzschindeln nach traditionellem Verfahren neu eingedeckte Turmhaube wieder die besterhaltene romanische Basilika Südbayerns.

Gewerk Dachsanierung

  • Eindeckung mit speziell an die Dachkrümmung angepassten, gespaltenen Holzschindeln

Zeitraum
August 2010 – März 2011

Ansprechpartner
Hartmut Fabian

Bauherr
Katholische Kirchgemeinde
St. Martin, Kath. Pfarramt Fischbachau
Martinsweg 3
83730 Fischbachau

Unsere größte Baustelle – Die Bastion Maria-Theresia in Timisoara

Nach über 2,5 Jahren Bauzeit ist das mit fast 10 Mio. € Umsatz größte Bauvorhaben unserer Firmengeschichte, die Maria-Theresia-Bastion in Timisoara, erfolgreich beendet. Die Sanierung der gewaltigen Festung beschäftigte nahezu all unsere Gewerke und umfasste unter anderem die Aufarbeitung von 25.000 m² Klinkermauerwerk, die Herstellung von 6.800 m² Gründächern oder die Verlegung von 30.000 m² Cat6-Kabel.



Festungsreste im Westen Rumäniens

Die Geschichte Timisoaras reicht bis in das 1. Jahrhundert zurück, Ursprung der Stadt war ein römischer Wehrbau zwischen Theiß und Donau gegen die Daker. Über das gesamte Mittelalter bis in die Neuzeit hinein blieb das als Banat bezeichnete Gebiet ein heiß umkämpftes Bollwerk abendländischer Kultur gegen Invasoren aus Asien und dem Orient. Die später zum Königreich Ungarn gehörende Stadt Timisoara wird 1552 schließlich von den Türken eingenommen und gehört 162 Jahre lang zum Osmanischen Reich.

Erst im Zuge des venezianisch-österreichischen Türkenkrieges gelingt es 1716, das Banat wieder von den Osmanen zu befreien. Nun siedelten hier auch Deutsche aus dem Südwesten des Reiches – die Banater Schwaben – und errichtete zwischen 1723 und 1765 in Timisoara eine moderne Festung, welche die alte mittelalterliche Zitadelle ersetzte. Die Anlage war eine der größten Europas und von insgesamt 9 Bastionen umgeben. Heute ist allerdings nur noch die 1,7 ha umfassende Maria-Theresia-Bastion vollständig erhalten.

Auch die Maria-Theresia-Bastion war eigentlich für den Abriss bestimmt, erstaunlicherweise entschied man sich für eine Integration der Festungsüberreste in das Stadtbild. Nach dem Sturz der kommunistischen Diktatur in Rumänien gab es erste Bemühungen um eine Revitalisierung. Aber erst 2008 bekommt die alte Festung wirklich eine neue Chance: Die EU stellt 5 Millionen Euro aus dem PHARE-Fonds für die Sanierung und bauliche Aufwertung der riesigen Anlage zur Verfügung. Im Ergebnis einer europaweiten Ausschreibung liegt die BENNERT-Gruppe nur auf dem dritten Platz, erhält jedoch wegen der ungleich besseren Referenzen den Zuschlag – und damit einen Auftrag, der das Unternehmen vor neue Herausforderungen stellt.



Vielfältige Anfonderungen in höchster Qualität

Die Höhe der Einzelaufträge liegt bei einem Sanierung- und Restaurierung-Unternehmen wie der BENNERT-Gruppe meistens im sechsstelligem Bereich; Millionenaufträge sind in der Minderzahl. Grundsätzlich ist dies wünschenswert, weil die Vermeidung der Abhängigkeit von wenigen Großaufträgen höhere wirtschaftliche Stabilität verspricht. Dennoch freuten wir uns über den Eingang eines Auftrags mit einem Volumen von 9,9 Millionen Euro, auch wenn der Ort seiner Ausführung 1.152 Autokilometer vom Firmensitz entfernt lag. Auch wenn in der Vergangenheit sporadisch im europäischen Ausland gearbeitet wurde, waren für die Sanierung der gewaltigen Festung logistische Probleme in einer neuen Größenordnung zu bewältigen.

Als Maßeinheit für mehrere Positionen des Leistungsverzeichnisses wären Hektar und Kilometer durchaus angebracht gewesen; entsprechend hoch war der Materialbedarf für Leistungen, von denen nur einige hier aufgeführt werden sollen:

  • Aufarbeitung von 25.000 m² Klinkermauerwerk mit Austausch von Einzelsteinen, Verfugung, Festigung und Hydrophobierung
  • Austausch von 750 m³ Mauerwerk
  • 800 m Risssanierung
  • Bearbeitung von 17.000 m² Putz- und Malerflächen
  • Verlegung von 12.000 m² Kalksteinplatten innen und außen
  • Herstellung von 6.800 m² Gründächern
  • Aufbringen von 2.300 m² Biberschwanzdoppeldeckung einschließlich der Unterkonstruktion
  • Verlegung von 2.200 m² Parkett
  • 7.000 m³ Erdaushub
  • Abbund von 300 m³ Konstruktionshölzern
  • Herstellen von 650 m³ Ortbeton
  • Einbau von 1.500 m² Fenster und Türen
  • Installation von 1.200 Stück Lampen
  • Verlegung von 30.000 m Cat6-Kabel

Auch der Neubau aus Beton und Glas, der zu zwei Dritteln unter der Erde liegt, war sehr aufwändig. Denkmalpflegerische Prinzipien besaßen bei dem Bauvorhaben nicht die von Deutschland gewohnte Priorität, stattdessen mussten höchste Ansprüche an die Qualität von Material und Ausführung erfüllt werden.

Unsere umfangreiche Leistungspalette verwandelte das Areal zum Knotenpunkt zwischen historischem Stadtkern und neueren Gebieten.

Gewerk Maurer

  • Entfernung loser Teile der Mauerkrone und des Bewuchses sowie vorhandener Risse mittels Personenlift
  • Wiederherstellung des Raumerlebnisses im Refektorium durch Rückbau des später eingefügten Kreuzgewölbes
  • Mauerwerksertüchtigung in der Abtei, der “Latrine”, im “Prolog” und dem nordöstlichen Treppenhaus
  • Bestücklung und Ausstellung mit aufgefundenen Artefakten, Spolien, Statuen und Werksteinfragmenten früherer Bauphasen des Klosters

 

Gewerk Zimmerer

  • Instandsetzung des Dachstuhls und angrenzender Dachstuhlteile des Kalefaktoriums bzw. Dormitoriums
  • Errichtung einer begehbaren Fläche im 1. Obergeschoss über dem Kreuzgratgewölbe des Brüdersaales
  • Die komplette Erneuerung der Aufschieber auf der Ostseite die Dacheindeckung einschließlich Dachlattung
  • Aufgedübelte Dämmung aus Mineralfaserdämmplatten im Bereich der Gewölbe über dem Brüdersaal
  • Aufarbeitung der historischen, bauseits vorgehaltenen ca. 5 cm starken Dielenbretter

 

Gewerk Restaurierung

  • Restauratorische Bearbeitung von Wand-, Putz-. Werksteinflächen und Fußböden
  • Bestückelung uns Ausstellung mit aufgefundenen Artefakten, Spolien, Statuen und Werksteinfragmenten früherer Bauphasen des Klosters

Zeitraum
2008 – 2010

Auftragswert
12,24 Mio. € (brutto)

Ansprechpartner
Dipl.-Ing. Jörg Frobel
Dipl.-Ing. Steffen Steinke

Planungsbüro
S.C. ARCHAEUS S.R.L.
Domnul M.Miclaus

Objektadresse
Maria-Theresia-Bastion
Strada Hector – Popa Sapca
300054 Timisoara
Rumänien

Bauherr
Consiliul Judetean Timis

Die Rettung und Wiedererweckung von Burg Storkow

Der Palas der Burg Storkow wäre buchstäblich fast untergegangen. Die Burg versank in zweieinhalb Jahren um 13 Zentimeter. Erst Bohrpfähle mit einer Länge von 13 m konnten das Gebäude für kommende Generationen sichern.

 

Eine Burg versinkt …

Dort, wo heute Besucher des Kultureums auf der Burg Storkow entspannt Konzerten lauschen und im NatureumAusstellungen zu Natur und Geschichte betrachten können, fühlten sich noch vor zehn Jahren Brennnessel, Giersch und Quecke heimisch. Vom einst stolzen bischöflichen Wohnschloss, dem Palas, standen zu diesem Zeitpunkt bereits seit zwei Jahrzehnten nur noch die Außenwände.

Ein durch Fahrlässigkeit ausgelöster Großbrand hatte Ende der 1970er Jahre den Renaissancebau schwer zerstört. Zudem drohte die Burg als eine der ältesten und bedeutendsten Burganlagen des östlichen Brandenburg buchstäblich fast unterzugehen. Der Palas versank in nur zweieinhalb Jahren um 13 Zentimetern im märkischen Boden. Zumindest mittelfristig stand der Gesamtverlust der Burganlage bevor.

Vor mehr als 900 Jahren war die Burg Storkow Ausgangspunkt der deutschen Besiedlung Ostbrandenburgs gewesen. Die mittelalterliche Burganlage legte man als Niederungsburg in sumpfigem Gelände an. Der slawische Name von Ort und Burg leitet sich wohl aus dem feuchten Wohnort ab: „sturkuowe“ – Weg durch den Sumpf.

Aus der eintausend Jahre alten Entscheidung für eine Sumpfburg resultierten ebenso typische wie massive Probleme bei der Erhaltung des Bauwerks. Die Gründung der Ziegelbauten bestand aus Spickpfählen, einer in feuchten Baugebieten seit dem Mittelalter durchaus üblichen Gründungsart. Dabei rammte man kurze Pfähle dicht an dicht und zueinander versetzt in den Untergrund, so dass der entstehende verfestigte Erdkörper als Fundament wirken konnte. Auf dem – aus Sicht der heutigen Bodenmechanik – so entstandenen „bewehrten Verbundkörper“ und damit direkt auf den Pfahlköpfen ruhte das aufgehende Mauerwerk.
Im Falle der Burg Storkow jedoch waren diese Pfahlköpfe durch säurebedingte Hydrolyse und hinzutretenden Pilzbefall so fortschreitend verrottet, dass unkontrollierte Absenkungen mit Setzungsraten von mehreren Zentimetern pro Jahr und damit erhebliche Deformationen an der gesamten Burganlage folgten.

 

Gemeinsam dem Morast abgetrotzt

Der Vielseitigkeit der zu bewältigenden Aufgaben stellte sich auch unsere Firmengruppe während der vergangenen Jahre mit beinahe ihrem gesamten Leistungsspektrum. Diese Bandbreite ist beispielhaft für die Stärke unserer Firmengruppe, in der Facharbeiter, Handwerksmeister und Ingenieure in nahezu allen Gewerken am Ziel einer innovativen und qualitätvollen Arbeit am Baudenkmal arbeiten.

Unsere Garten- und Landschaftsbauer schufen mit der Anlage einer nicht alltäglichen Baustraße einschließlich Dränagearbeiten und temporärer Wasserhaltung auf dem schwierigen Untergrund die Voraussetzung für den Transport von Technik und Baumaterialien.

Die Abteilung Spezialtiefbau nahm die Herausforderung unter teils sehr schwierigen Bedingungen an, den biotopartig überwachsenen Gewölbekeller im Palas zu beräumen und mit einer Nachgründung durch Kleinbohrpfähle das Gebäude und das nebenstehende Brauhaus zu stabilisieren. Allein diese Spezialarbeiten nahmen ein Jahr Bauzeit in Anspruch. Die Gesamtlänge der am Mauerwerk eingebrachten Bohrpfähle, die bis zu dreizehn Metern in die Tiefe reichen, würde eine Strecke von 2,5 Kilometern ergeben. Schon die Zahlen von 1400 m³ Beton und 200 t Bewehrungsstahl verdeutlichen die Mengen der mit Streichbalken, Fundamenten, Bodenplatten und Decken notwendigen neuen Tragelemente an diesen Gebäuden der Burg.

Verantwortlich für den mittlerweile wieder malerisch erstrahlenden Kontrast aus Ziegelstein- und Zyklopenmauerwerk am Palas und den historischen Burgmauern zeichnet unsere Maurerabteilung. Den Ergänzungen des Mauerwerks im Bereich der Wände und Gewölbe mit eigens angefertigten Ziegelsteinen, der Fugensanierung, den Abdichtungsmaßnahmen und dem Aufbringen von Putzen und Lasuren gingen Verankerungen und Vernadelungen in unterschiedlichsten Ausführungen voraus. Risssanierungen und Verpressarbeiten wurden ebenso ausge-
führt wie Hohlraumverfüllungen mit Injektionsschaummörtel. Den Schwammbekämpfungsmaßnahmen im Bestandsmauer-
werk stand der Neubau der gesamten nördlichen Umfassungsmauer inklusive eines Torbogens gegenüber.

Unsere Steinrestauratoren übernahmen es, Formergänzungen im Bereich von Ziegelsteinflächen und Naturwerksteinen vorzunehmen. Insgesamt waren am Ende 100.000 Ziegelsteine und etwa 350 t Mauer- und Fugenmörtel verbaut worden.

 

Der neue Dachstuhl nach überlieferten Formen

Einer anspruchsvollen Aufgabe stellten sich auch unsere Zimmerleute: Der Dachstuhl des Palas sollte vollständig neu errichtet, der des Brauhauses wegen des hohen Schädigungsgrades substantiell erneuert werden. Die überlieferten Formen von Dach und Gauben treten nun wieder nach außen in Erscheinung. Dabei gelang es, den modernen Dachstuhl an den historischen, nicht parallelen Verlauf der Palasmauern anzupassen, ohne dass dies nach außen hin sichtbar wäre. Im Ganzen wurden etwa 150 m³ Holz verschiedenster Qualitäten verbaut.
Den Dachstuhl des Palas, des Brauhauses und des Torbogens deckten unsere Dachdecker in einer gemischten Biberschwanzdoppeldeckung ein: eine seltene und nur von uns angewandte, aber im Ergebnis ästhetisch sehr überzeugende Maßnahme. Eine weitere Besonderheit des Daches sind die Fledermausgauben, deren Details der Zimmerer- als auch der Dachdeckerleistungen eine Ausnahmeerscheinung darstellen. Die Mauerkronenab-
deckungen und Wandanschlüsse führten unsere Dachspezialisten in Walzblei aus.

Gewerk Spezialtiefbau

  • Beräumung des überwachsenen Gewölbekellers im Palas
  • Nachgründung durch Kleinbohrpfähle mit einer Gesamtlänge von 2,5 Kilometern und einer Tiefe von bis zu 13 m
  • Einbringen von 1400 m³ Beton und 200 t Bewehrungsstahl an Streichbalken, Fundamenten, Bodenplatten und Decken
  • Sicherung der erhaltenen Teile des Kellergewölbes mit bewehrten Spritzbetonschalen
  • Nachgründung der historischen Umfassungsmauern aus Ortbetonpfählen

 

Gewerk Maurer

  • Ergänzungen des Mauerwerks im Bereich der Wände und Gewölbe mit eigens angefertigten Ziegelsteinen
  • Fugensanierung, Abdichtungsmaßnahmen und Aufbringen von Putzen und Lasuren
  • Verankerungen und Vernadelungen in unterschiedlichsten Ausführungen
  • Risssanierungen und Verpressarbeiten
  • Hohlraumverfüllungen mit Injektionsschaummörtel
  • Schwammbekämpfungsmaßnahmen im Bestandsmauerwerk
  • Neubau der gesamten nördlichen Umfassungsmauer inklusive eines Torbogens

 

Gewerk Restaurierung

  • Formergänzungen im Bereich von Ziegelsteinflächen und Naturwerksteinen

 

Gewerk Dachsanierung

  • Eindeckung des Palas’, des Brauhauses und des Torbogens in gemischter Biberschwanzdoppeldeckung
  • Neubau und Eindeckung von Fledermausgauben mit einer Traglattung aus Rundstahl statt in Holz

 

Gewerk Zimmerer

  • vollständige Neuerrichtung des Dachstuhls des Palas
  • substantielle Erneuerung des Dachstuhls des Brauhauses
  • raumbildender Ausbau des offenen Dachstuhls in Form einer eingehangenen Galerie
  • ingenieurstechnisch abgebundener Dachstuhl mit Verspannungen und Stahlsonderteilen
  • Neubau eines Dachstuhls über der neu errichteten Toreinfahrt
  • insgesamter Verbau von etwa 150 m³ Holz verschiedenster Qualitäten
  • Neubau der Traglattung an den Fledermausgauben mit Rundstahl statt in Holz
  • Verkleidung der Innenseite der Fledernmausgauben durch dünnes Birkensperrholz, das die geschweifte Form der äußeren Gauben vollständig aufnimmt

 

Gewerk Freiflächengestaltung

  • Anlage einer Baustraße einschließlich Dränagearbeiten und temporärer Wasserhaltung auf sumpfigem Untergrund

Zeitraum
2002 – 2008

Ansprechpartner
Enrico Herda

Planungsbüro
Dipl.-Ing. Arch. Thomas Alt
Wilhelm-Staab-Str. 4
14467 Potsdam

Bauherr
Stadt Storkow
Bauamtsleiter Manfred Filor
Rudolf-Breitscheid-Str. 74
15859 Storkow

Schieferdeckung an zweidimensional gekrümmten Flächen

Die Neueindeckung bzw. Sanierung der historischen Dachkuppeln über dem Foyer des Hessischen Staatstheaters mit Moselschieferplatten belegt unser Können auch auf komplexen Dachflächen.

 

Würdevoll bedacht. Das Hessische Staatstheater

Der Bau des Wiesbadener Theaters wurde als „Neues königliches Hoftheater“ maßgeblich durch Kaiser Wilhelm II. initiiert und im Jahre 1894 fertig gestellt und eröffnet. Im Großen Haus befindet sich ein beeindruckender neobarocker Theatersaal. Das prunkvolle Foyer im Rokoko-Stil wurde 1902 angefügt.

 

Kunstvolle Halbkugeln aus Moselschiefer

Die Verschleißerscheinungen der Schieferdeckung an der sogenannten Großen Kuppel über dem Foyer und der Kleinen Kuppel über dem Technikraum machten eine Sanierung bzw. komplette Neueindeckung notwendig. Besondere Herausforderung hierbei waren die zweidimensional gekrümmter Dachflächen. Die Kleine Kuppel des Wiesbadener Theaters kommt geometrisch einer Halbkugel recht nahe; die Große Kuppel weist eine Gliederung in acht Teilflächen auf, deren Begrenzungslinien von Lisenen aus Zinkblech überdeckt werden.

Schon das Abschnüren der Schiefergebinde kann bei solchen Flächen nicht einfach durch „Schnurschlag“ mit der Kreideschnur erfolgen, sondern erfordert effiziente Lösungen. Die Verjüngung des Daches nach oben verursacht erhöhten Aufwand, da jede Gebindelinie kürzer ist als die darunterliegende und die Schiefer laufend geschmälert werden müssen. Das erfordert ein Zurichten fast aller Platten von Hand. Die Gefahr des „Schnabelns“ besteht bei einer Halbkugeldeckung sowohl in vertikaler als auch in horizontaler Richtung. Deshalb können grundsätzlich nur recht kleine Steinformate zum Einsatz kommen.
In Übereinstimmung mit diesen Ausführungen wurden die Mosel- schieferplatten auf den Kuppeln des Hessischen Staatstheaters mit Edelstahlstiften auf der doppelt gekrümmten Schalung befestigt.

Gewerk Dachsanierung

  • Neueindeckung der Kleinen und Großen Kuppel des Theaters
  • Schieferdeckung
  • Befestigung der Moselschieferplatten auf der gekrümmten Schalung mit Edelstahlstiften

Zeitraum
Jul 2007 – Okt 2007

Ansprechpartner
Hartmut Fabian

Planungsbüro
asp – architekten spuhler GbR
Christa und Thomas Spuhler
Alt Auringen 46
65207 Wiesbaden

Bauherr
Land Hessen, vertreten durch das Staatsbauamt Wiesbaden
Bahnhofstr. 15
65185 Wiesbaden