Ausgewählte Referenzen

Freiflächengestaltung

Kirche unterm Kalksteinpflaster – Der Innenhof des Schlosses Ehrenstein in Ohrdruf

Die Neugestaltung des Schlosshofes vollendeten wir mit Kalksteinpflaster und “archäologischen Fenstern”, welche dem Besucher Teile des Kirchenschiffs zeigen. Durch die Neuaufmauerung wurden die Befunde geschützt.

Die spektakulären Funde überraschten selbst die Fachwelt

Dass sich bei den für die Neugestaltung der Hofflächen des Ohrdrufer Schlosses Ehrenstein erforderlichen archäologische Ausgrabungen Funde einstellen würden, war zwar erwartet worden, nicht jedoch in dieser Größenordnung und Bedeutung. Die Aufzählung der Funde liest sich wie eine Aneinanderreihung archäologischer und landeskundlicher Superlative – man war im Ohrdrufer Schlosshof unerwartet auf eine frühe Keimzelle des Landes Thüringen gestoßen.

Gefunden wurden unter anderem mehrere über 1.200 Jahre alte, unversehrte Gräber. Eine der Grabplatten trägt – so stellte es sich nach monatelangen Untersuchungen heraus – die älteste bisher bekannte Inschrift in Thüringen. Man fand bei den Grabungen auch die Mauern der einzigen Thüringer Königspfalz, die bislang nur aus alten Urkunden bekannt war: Eine steinerne Halle hatte man 961 für König Otto errichtet. Die gefundene Kirche St. Peter und Paul ist außerdem die älteste bekannte Kirche Thüringens, sie stammt mindestens aus dem 10. Jahrhundert, ist aber vermutlich noch um einiges älter und die Reste ihrer frühmittelalterlichen Krypta sind die ältesten bekannten im Thüringer Raum.

Deshalb schätzen auch die Thüringer Landesarchäologen das Städtchen Ohrdruf als “bedeutenden Ort der früh- und hochmittelalterlichen deutschen und europäischen Geschichte” ein.

 

Hand in Hand mit den Archäologen

Diese überaus spektakulären Funde waren Grund genug, in die Planungen der Freiflächen Eingang zu finden. Die Ausgrabungen selbst konnten nicht sichtbar gelassen werden: binnen weniger Jahre wären die bisher vom Boden geschützten alten Mauern zerstört gewesen. Unsere Garten- und Landschaftsgestalter deckten deshalb die ergrabenen und dokumentierten, mehr als 1.200 Jahre alten Artefakte nach der Auswertung durch die Wissenschaftler wieder sorgfältig ab. Bei der Auswahl der richtigen Materialien kamen uns auch die Erfahrungen aus verschiedenen anderen Projekten zugute, bei denen wir bereits mit Landesarchäologen zusammen arbeiten durften.

 

Hochwertige Freiflächengestaltung macht Verborgenes sichtbar

Die Grundrisse des frühmittelalterlichen Gotteshauses und der steinernen Königshalle wurden als Plattenbeläge aus Kohlplatter Muschelkalk innerhalb des ebenfalls von uns verlegten Kalksteinpflaster sichtbar gemacht. 800 m³ Erdaushubarbeiten für Platz-, Wege- und Trassenbau, 500 m² Rasenfläche und 1.000 m² Pflasterarbeiten wurden unter kontinuierlicher archäologischer Begleitung ausgeführt. Ein „archäologisches Fenster“, bei dem eine Neuaufmauerung den ausgegrabenen Originalbestand im Westen der alten Kirche schützt, zeigt dem Besucher nun Teile des Kirchenschiffs. Zudem erklären verschiedene Ausstellungstafeln die Grundrisse und die wichtigsten Befunde; eine Ausstellung der Fundstücke im Schloss Ehrenstein ist in Vorbereitung.

 

Tafeln und Faltblätter visualisieren die alte Kirche

Unsere Abteilung Monumedia dokumentierte die bedeutenden Funde und erstellte auf der Grundlage der Aufmaße des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie eine dreidimensionale Visualisierung der Grabungsfunde. Darin kann der Besucher nun sowohl die mittlerweile fachmännisch abgedeckten Originalfunde als auch die rekonstruierten Grundrisse der Kirche – wie sie auch in der Hofpflasterung dargestellt sind -  leicht ablesen. Überdies zeigen die Darstellungen auch, inwiefern man das Schloss Ehrenstein später über den Grundmauern der Kirche errichtete. Zwei frei zugängliche Informationstafeln im Hof werden durch ein ausführliches Faltblatt von Monumedia, das im Museum des Schlosses für die Besucher ausliegt, ergänzt.

 

Gewerk Freiflächengestaltung

  • Neugestaltung Schloßinnenhof
  • Vegetationstechnische Arbeiten – Baumkronenschnitt
  • Abbruch von Verkehrsflächen und Bauteilen
  • Bodenarbeiten
  • Be- und Entwässerungsarbeiten
  • Verlegung von 1.000 m² Kalksteinpflaster
  • Verlegung von 110 m² Kalkstein- Polygonalpflaster
  • Bau von Natursteintreppenanlagen und Natursteinmauern
  • Innenhofbeleuchtung
  • 350 m² Rollrasen

 

 

Gewerk Stahlbau

  • Fertigung und Montage von Geländern
  • Fertigung und Montage von Tafelhalterungen

 

Monumedia

  • Recherche und Dokumentation
  • Produktion von 2D-Vektorgrafiken
  • 3D-Visualisierung der archäologischen Funde
  • Layout und Satz von Ausstellungstafeln und Drucksachen

Zeitraum
Mai – Sep 2010

Auftragswert
226.000,- € (brutto)

Ansprechpartner
Dipl.-Ing Enrico Herda

Planungsbüro
Architekturbüro Rau
Schillerstraße 9 a
99423 Weimar

Bauherr
Stadt Ohrdruf
Marktplatz 1
99885 Ohrdruf

Unsere größte Baustelle – Die Bastion Maria-Theresia in Timisoara

Nach über 2,5 Jahren Bauzeit ist das mit fast 10 Mio. € Umsatz größte Bauvorhaben unserer Firmengeschichte, die Maria-Theresia-Bastion in Timisoara, erfolgreich beendet. Die Sanierung der gewaltigen Festung beschäftigte nahezu all unsere Gewerke und umfasste unter anderem die Aufarbeitung von 25.000 m² Klinkermauerwerk, die Herstellung von 6.800 m² Gründächern oder die Verlegung von 30.000 m² Cat6-Kabel.



Festungsreste im Westen Rumäniens

Die Geschichte Timisoaras reicht bis in das 1. Jahrhundert zurück, Ursprung der Stadt war ein römischer Wehrbau zwischen Theiß und Donau gegen die Daker. Über das gesamte Mittelalter bis in die Neuzeit hinein blieb das als Banat bezeichnete Gebiet ein heiß umkämpftes Bollwerk abendländischer Kultur gegen Invasoren aus Asien und dem Orient. Die später zum Königreich Ungarn gehörende Stadt Timisoara wird 1552 schließlich von den Türken eingenommen und gehört 162 Jahre lang zum Osmanischen Reich.

Erst im Zuge des venezianisch-österreichischen Türkenkrieges gelingt es 1716, das Banat wieder von den Osmanen zu befreien. Nun siedelten hier auch Deutsche aus dem Südwesten des Reiches – die Banater Schwaben – und errichtete zwischen 1723 und 1765 in Timisoara eine moderne Festung, welche die alte mittelalterliche Zitadelle ersetzte. Die Anlage war eine der größten Europas und von insgesamt 9 Bastionen umgeben. Heute ist allerdings nur noch die 1,7 ha umfassende Maria-Theresia-Bastion vollständig erhalten.

Auch die Maria-Theresia-Bastion war eigentlich für den Abriss bestimmt, erstaunlicherweise entschied man sich für eine Integration der Festungsüberreste in das Stadtbild. Nach dem Sturz der kommunistischen Diktatur in Rumänien gab es erste Bemühungen um eine Revitalisierung. Aber erst 2008 bekommt die alte Festung wirklich eine neue Chance: Die EU stellt 5 Millionen Euro aus dem PHARE-Fonds für die Sanierung und bauliche Aufwertung der riesigen Anlage zur Verfügung. Im Ergebnis einer europaweiten Ausschreibung liegt die BENNERT-Gruppe nur auf dem dritten Platz, erhält jedoch wegen der ungleich besseren Referenzen den Zuschlag – und damit einen Auftrag, der das Unternehmen vor neue Herausforderungen stellt.



Vielfältige Anfonderungen in höchster Qualität

Die Höhe der Einzelaufträge liegt bei einem Sanierung- und Restaurierung-Unternehmen wie der BENNERT-Gruppe meistens im sechsstelligem Bereich; Millionenaufträge sind in der Minderzahl. Grundsätzlich ist dies wünschenswert, weil die Vermeidung der Abhängigkeit von wenigen Großaufträgen höhere wirtschaftliche Stabilität verspricht. Dennoch freuten wir uns über den Eingang eines Auftrags mit einem Volumen von 9,9 Millionen Euro, auch wenn der Ort seiner Ausführung 1.152 Autokilometer vom Firmensitz entfernt lag. Auch wenn in der Vergangenheit sporadisch im europäischen Ausland gearbeitet wurde, waren für die Sanierung der gewaltigen Festung logistische Probleme in einer neuen Größenordnung zu bewältigen.

Als Maßeinheit für mehrere Positionen des Leistungsverzeichnisses wären Hektar und Kilometer durchaus angebracht gewesen; entsprechend hoch war der Materialbedarf für Leistungen, von denen nur einige hier aufgeführt werden sollen:

  • Aufarbeitung von 25.000 m² Klinkermauerwerk mit Austausch von Einzelsteinen, Verfugung, Festigung und Hydrophobierung
  • Austausch von 750 m³ Mauerwerk
  • 800 m Risssanierung
  • Bearbeitung von 17.000 m² Putz- und Malerflächen
  • Verlegung von 12.000 m² Kalksteinplatten innen und außen
  • Herstellung von 6.800 m² Gründächern
  • Aufbringen von 2.300 m² Biberschwanzdoppeldeckung einschließlich der Unterkonstruktion
  • Verlegung von 2.200 m² Parkett
  • 7.000 m³ Erdaushub
  • Abbund von 300 m³ Konstruktionshölzern
  • Herstellen von 650 m³ Ortbeton
  • Einbau von 1.500 m² Fenster und Türen
  • Installation von 1.200 Stück Lampen
  • Verlegung von 30.000 m Cat6-Kabel

Auch der Neubau aus Beton und Glas, der zu zwei Dritteln unter der Erde liegt, war sehr aufwändig. Denkmalpflegerische Prinzipien besaßen bei dem Bauvorhaben nicht die von Deutschland gewohnte Priorität, stattdessen mussten höchste Ansprüche an die Qualität von Material und Ausführung erfüllt werden.

Unsere umfangreiche Leistungspalette verwandelte das Areal zum Knotenpunkt zwischen historischem Stadtkern und neueren Gebieten.

Gewerk Maurer

  • Entfernung loser Teile der Mauerkrone und des Bewuchses sowie vorhandener Risse mittels Personenlift
  • Wiederherstellung des Raumerlebnisses im Refektorium durch Rückbau des später eingefügten Kreuzgewölbes
  • Mauerwerksertüchtigung in der Abtei, der “Latrine”, im “Prolog” und dem nordöstlichen Treppenhaus
  • Bestücklung und Ausstellung mit aufgefundenen Artefakten, Spolien, Statuen und Werksteinfragmenten früherer Bauphasen des Klosters

 

Gewerk Zimmerer

  • Instandsetzung des Dachstuhls und angrenzender Dachstuhlteile des Kalefaktoriums bzw. Dormitoriums
  • Errichtung einer begehbaren Fläche im 1. Obergeschoss über dem Kreuzgratgewölbe des Brüdersaales
  • Die komplette Erneuerung der Aufschieber auf der Ostseite die Dacheindeckung einschließlich Dachlattung
  • Aufgedübelte Dämmung aus Mineralfaserdämmplatten im Bereich der Gewölbe über dem Brüdersaal
  • Aufarbeitung der historischen, bauseits vorgehaltenen ca. 5 cm starken Dielenbretter

 

Gewerk Restaurierung

  • Restauratorische Bearbeitung von Wand-, Putz-. Werksteinflächen und Fußböden
  • Bestückelung uns Ausstellung mit aufgefundenen Artefakten, Spolien, Statuen und Werksteinfragmenten früherer Bauphasen des Klosters

Zeitraum
2008 – 2010

Auftragswert
12,24 Mio. € (brutto)

Ansprechpartner
Dipl.-Ing. Jörg Frobel
Dipl.-Ing. Steffen Steinke

Planungsbüro
S.C. ARCHAEUS S.R.L.
Domnul M.Miclaus

Objektadresse
Maria-Theresia-Bastion
Strada Hector – Popa Sapca
300054 Timisoara
Rumänien

Bauherr
Consiliul Judetean Timis

Wasserspiele im Bergpark Kassel Wilhelmshöhe

Rückbau und Neuaufbau von Basaltpyramiden und Kaskaden:
Die Ausführung der Arbeiten in Anlehnung an das historische Vorbild in freier Gestaltung unterlag einem sehr hohen gestalterischen Anspruch.



Nun rauscht er wieder wie vor 200 Jahren

Die hessische Kunstministerin Eva Kühne-Hörmann bezeichnete den Steinhöfer Wasserfall bei seiner feierlichen Wiederinbetriebnahme im April 2010 als ein Glanzstück der Wasserkünste im Bergpark Wilhelmshöhe. Und tatsächlich ist es ein imposanter Anblick, wie die Wassermassen weiß schäumend über den 25 Meter hohen Felsabhang tosen wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr.

Der Wasserfall ist ein Teil der Kasseler Wasserspiele, welche über den Hang des 2,4 km² großen Areals verteilt sind und jährlich Zehn- tausende von Besuchern anlocken. Dem Ideal des englischen Gartenbaustils von Natürlichkeit und Wildheit folgt auch der Stein- höfer Wasserfall. 1793 wurde er durch den namensgebenden Brunneninspektor Karl Steinhöfer (1747 bis 1829), den die Bevölkerung als „Wassergott“ verehrte, fertig gestellt. Entlang des Steinhanges wurden dafür Tausende von Basaltsteinen in Form von Stelen, Oktaedern, wildern Sprotten und Wackern aufgebaut. Zur Abdichtung des Bodens und zum Vermörteln der Steine nutzte man Lehm und Ton. Bei späteren Sanierungsarbeiten wurde auch mit Trassmörtel und Beton nachgebessert. Dennoch verblasste die Wirkung des Wasserfalls in den mehr als 200 Jahren seiner Existenz zusehends. Das Dichtungsmaterial bekam Risse, die Steine verwitterten oder fielen um und immer mehr Wasser versickerte bei den Wasserspielen einfach im Boden. Von den einstigen tosenden Wassermassen war nichts mehr zu sehen.



Wiederherstellung des historischen Zustands

2007 begann eine grundlegende Sanierung. Während der knapp 2 ½ Jahre dauernden Arbeiten wurden Moos und anderer Pflanzen- bewuchs vom Basalt entfernt und die Steine in Trockenbauweise neu aufgeschichtet. Über 1.500 m² Felsenlandschaft wurden aufwendig gereinigt und 150 m³ Schotter größtenteils von Hand eingebaut. Eingestürzte, aus Basaltstelen formierte Pyramiden mussten aufwendig zurückgebaut und möglichst genau dem Original entsprechend neu erstellt werden.

Dazu wurden über 2.000 gestaltbildende Basaltsteine mit einem Einzelgewicht zwischen 100 und 600 kg dem alten Standort entnommen und neu versetzt. Die wasserführenden Wege auf dem Wasserfall wurden neu abgedichtet. Bereits in den 60er Jahren hatte man sie ausgebessert und hierfür Beton verwendet.

Dieser bildete jedoch zusammen mit den Steinen einen starren Körper, der auf dem Steilhang teilweise abrutschte. Aus diesem Grund wurde wieder auf die Technologie  unserer Altvorderen zurückgegriffen und die Abdichtung mit dem auf natürlichen Materialien (Sand und Ton) basierenden Abdichtungsmaterial DERNOTON® vorgenommen.

Scheinbar unerreichbar oder unzugänglich.

Bennert machts möglich:
Wir nutzen alpine Zugangstechniken und erreichen so auch die schwierigsten Stellen.

Gewerk Maurer

  • Verlegung eines ca. 250 m langen „Bypasses“ DN 250 vom Sammelbecken während der Wartungsarbeiten
  • ca. 300 m² Abdichtungsarbeiten der Bearbeitungsflächen mittels „Dernoton“
  • ca. 100 m³ Rückbau und Neuaufbau von Basaltpyramiden (Aufrichten
  • und Neuversatz von ca. 2.000 Basaltstelen) und Kaskaden (größtenteils als Trockenmauerwerk)
  • ca. 600 m² Entfugungs- und Neuverfugungsarbeiten im Trockenspritzverfahren im Bereich der wasserführenden Wege
  • Instandsetzung der Steinhöfer Grotte, eines in Trockenmauerwerk erstellten Gewölbes

 

Gewerk Freiflächengestaltung

  • Pflanzarbeiten und Wegebau
  • ca. 100 m³ Rückbau und Neuaufbau von Basaltpyramiden (Aufrichten und Neuversatz von ca. 2.000 Basaltstelen) und Kaskaden (größtenteils als Trockenmauerwerk

Zeitraum
Sep. 2007 – Jun. 2010

Auftragswert
1.250.000,- €

Ansprechpartner
Bernd Miller

Planungsbüro
Büro für Landschafts- und Freiraumplanung
Herr Dipl.-Ing. Borgolte
Heideweg 32
34131 Kassel

Bauherr
HBM Niederlassung Nord
Herr Jakumeit
Goethestraße 46
34119 Kassel

Die Rettung und Wiedererweckung von Burg Storkow

Der Palas der Burg Storkow wäre buchstäblich fast untergegangen. Die Burg versank in zweieinhalb Jahren um 13 Zentimeter. Erst Bohrpfähle mit einer Länge von 13 m konnten das Gebäude für kommende Generationen sichern.

 

Eine Burg versinkt …

Dort, wo heute Besucher des Kultureums auf der Burg Storkow entspannt Konzerten lauschen und im NatureumAusstellungen zu Natur und Geschichte betrachten können, fühlten sich noch vor zehn Jahren Brennnessel, Giersch und Quecke heimisch. Vom einst stolzen bischöflichen Wohnschloss, dem Palas, standen zu diesem Zeitpunkt bereits seit zwei Jahrzehnten nur noch die Außenwände.

Ein durch Fahrlässigkeit ausgelöster Großbrand hatte Ende der 1970er Jahre den Renaissancebau schwer zerstört. Zudem drohte die Burg als eine der ältesten und bedeutendsten Burganlagen des östlichen Brandenburg buchstäblich fast unterzugehen. Der Palas versank in nur zweieinhalb Jahren um 13 Zentimetern im märkischen Boden. Zumindest mittelfristig stand der Gesamtverlust der Burganlage bevor.

Vor mehr als 900 Jahren war die Burg Storkow Ausgangspunkt der deutschen Besiedlung Ostbrandenburgs gewesen. Die mittelalterliche Burganlage legte man als Niederungsburg in sumpfigem Gelände an. Der slawische Name von Ort und Burg leitet sich wohl aus dem feuchten Wohnort ab: „sturkuowe“ – Weg durch den Sumpf.

Aus der eintausend Jahre alten Entscheidung für eine Sumpfburg resultierten ebenso typische wie massive Probleme bei der Erhaltung des Bauwerks. Die Gründung der Ziegelbauten bestand aus Spickpfählen, einer in feuchten Baugebieten seit dem Mittelalter durchaus üblichen Gründungsart. Dabei rammte man kurze Pfähle dicht an dicht und zueinander versetzt in den Untergrund, so dass der entstehende verfestigte Erdkörper als Fundament wirken konnte. Auf dem – aus Sicht der heutigen Bodenmechanik – so entstandenen „bewehrten Verbundkörper“ und damit direkt auf den Pfahlköpfen ruhte das aufgehende Mauerwerk.
Im Falle der Burg Storkow jedoch waren diese Pfahlköpfe durch säurebedingte Hydrolyse und hinzutretenden Pilzbefall so fortschreitend verrottet, dass unkontrollierte Absenkungen mit Setzungsraten von mehreren Zentimetern pro Jahr und damit erhebliche Deformationen an der gesamten Burganlage folgten.

 

Gemeinsam dem Morast abgetrotzt

Der Vielseitigkeit der zu bewältigenden Aufgaben stellte sich auch unsere Firmengruppe während der vergangenen Jahre mit beinahe ihrem gesamten Leistungsspektrum. Diese Bandbreite ist beispielhaft für die Stärke unserer Firmengruppe, in der Facharbeiter, Handwerksmeister und Ingenieure in nahezu allen Gewerken am Ziel einer innovativen und qualitätvollen Arbeit am Baudenkmal arbeiten.

Unsere Garten- und Landschaftsbauer schufen mit der Anlage einer nicht alltäglichen Baustraße einschließlich Dränagearbeiten und temporärer Wasserhaltung auf dem schwierigen Untergrund die Voraussetzung für den Transport von Technik und Baumaterialien.

Die Abteilung Spezialtiefbau nahm die Herausforderung unter teils sehr schwierigen Bedingungen an, den biotopartig überwachsenen Gewölbekeller im Palas zu beräumen und mit einer Nachgründung durch Kleinbohrpfähle das Gebäude und das nebenstehende Brauhaus zu stabilisieren. Allein diese Spezialarbeiten nahmen ein Jahr Bauzeit in Anspruch. Die Gesamtlänge der am Mauerwerk eingebrachten Bohrpfähle, die bis zu dreizehn Metern in die Tiefe reichen, würde eine Strecke von 2,5 Kilometern ergeben. Schon die Zahlen von 1400 m³ Beton und 200 t Bewehrungsstahl verdeutlichen die Mengen der mit Streichbalken, Fundamenten, Bodenplatten und Decken notwendigen neuen Tragelemente an diesen Gebäuden der Burg.

Verantwortlich für den mittlerweile wieder malerisch erstrahlenden Kontrast aus Ziegelstein- und Zyklopenmauerwerk am Palas und den historischen Burgmauern zeichnet unsere Maurerabteilung. Den Ergänzungen des Mauerwerks im Bereich der Wände und Gewölbe mit eigens angefertigten Ziegelsteinen, der Fugensanierung, den Abdichtungsmaßnahmen und dem Aufbringen von Putzen und Lasuren gingen Verankerungen und Vernadelungen in unterschiedlichsten Ausführungen voraus. Risssanierungen und Verpressarbeiten wurden ebenso ausge-
führt wie Hohlraumverfüllungen mit Injektionsschaummörtel. Den Schwammbekämpfungsmaßnahmen im Bestandsmauer-
werk stand der Neubau der gesamten nördlichen Umfassungsmauer inklusive eines Torbogens gegenüber.

Unsere Steinrestauratoren übernahmen es, Formergänzungen im Bereich von Ziegelsteinflächen und Naturwerksteinen vorzunehmen. Insgesamt waren am Ende 100.000 Ziegelsteine und etwa 350 t Mauer- und Fugenmörtel verbaut worden.

 

Der neue Dachstuhl nach überlieferten Formen

Einer anspruchsvollen Aufgabe stellten sich auch unsere Zimmerleute: Der Dachstuhl des Palas sollte vollständig neu errichtet, der des Brauhauses wegen des hohen Schädigungsgrades substantiell erneuert werden. Die überlieferten Formen von Dach und Gauben treten nun wieder nach außen in Erscheinung. Dabei gelang es, den modernen Dachstuhl an den historischen, nicht parallelen Verlauf der Palasmauern anzupassen, ohne dass dies nach außen hin sichtbar wäre. Im Ganzen wurden etwa 150 m³ Holz verschiedenster Qualitäten verbaut.
Den Dachstuhl des Palas, des Brauhauses und des Torbogens deckten unsere Dachdecker in einer gemischten Biberschwanzdoppeldeckung ein: eine seltene und nur von uns angewandte, aber im Ergebnis ästhetisch sehr überzeugende Maßnahme. Eine weitere Besonderheit des Daches sind die Fledermausgauben, deren Details der Zimmerer- als auch der Dachdeckerleistungen eine Ausnahmeerscheinung darstellen. Die Mauerkronenab-
deckungen und Wandanschlüsse führten unsere Dachspezialisten in Walzblei aus.

Gewerk Spezialtiefbau

  • Beräumung des überwachsenen Gewölbekellers im Palas
  • Nachgründung durch Kleinbohrpfähle mit einer Gesamtlänge von 2,5 Kilometern und einer Tiefe von bis zu 13 m
  • Einbringen von 1400 m³ Beton und 200 t Bewehrungsstahl an Streichbalken, Fundamenten, Bodenplatten und Decken
  • Sicherung der erhaltenen Teile des Kellergewölbes mit bewehrten Spritzbetonschalen
  • Nachgründung der historischen Umfassungsmauern aus Ortbetonpfählen

 

Gewerk Maurer

  • Ergänzungen des Mauerwerks im Bereich der Wände und Gewölbe mit eigens angefertigten Ziegelsteinen
  • Fugensanierung, Abdichtungsmaßnahmen und Aufbringen von Putzen und Lasuren
  • Verankerungen und Vernadelungen in unterschiedlichsten Ausführungen
  • Risssanierungen und Verpressarbeiten
  • Hohlraumverfüllungen mit Injektionsschaummörtel
  • Schwammbekämpfungsmaßnahmen im Bestandsmauerwerk
  • Neubau der gesamten nördlichen Umfassungsmauer inklusive eines Torbogens

 

Gewerk Restaurierung

  • Formergänzungen im Bereich von Ziegelsteinflächen und Naturwerksteinen

 

Gewerk Dachsanierung

  • Eindeckung des Palas’, des Brauhauses und des Torbogens in gemischter Biberschwanzdoppeldeckung
  • Neubau und Eindeckung von Fledermausgauben mit einer Traglattung aus Rundstahl statt in Holz

 

Gewerk Zimmerer

  • vollständige Neuerrichtung des Dachstuhls des Palas
  • substantielle Erneuerung des Dachstuhls des Brauhauses
  • raumbildender Ausbau des offenen Dachstuhls in Form einer eingehangenen Galerie
  • ingenieurstechnisch abgebundener Dachstuhl mit Verspannungen und Stahlsonderteilen
  • Neubau eines Dachstuhls über der neu errichteten Toreinfahrt
  • insgesamter Verbau von etwa 150 m³ Holz verschiedenster Qualitäten
  • Neubau der Traglattung an den Fledermausgauben mit Rundstahl statt in Holz
  • Verkleidung der Innenseite der Fledernmausgauben durch dünnes Birkensperrholz, das die geschweifte Form der äußeren Gauben vollständig aufnimmt

 

Gewerk Freiflächengestaltung

  • Anlage einer Baustraße einschließlich Dränagearbeiten und temporärer Wasserhaltung auf sumpfigem Untergrund

Zeitraum
2002 – 2008

Ansprechpartner
Enrico Herda

Planungsbüro
Dipl.-Ing. Arch. Thomas Alt
Wilhelm-Staab-Str. 4
14467 Potsdam

Bauherr
Stadt Storkow
Bauamtsleiter Manfred Filor
Rudolf-Breitscheid-Str. 74
15859 Storkow

Die tausendjährige Klosteranlage Sankt Wigbert in Göllingen

Nach der Sicherung und Restaurierung des ungewöhnlichen Kirchturms des ehemaligen Klosters Göllingen ermöglichten unsere Spezialleistungen, die touristische Attraktivität der Gesamtanlage nachträglich zu erhöhen.

Konzept, Sanierung, Nachnutzung

Mit der Umsetzung eines mehrstufigen Konzeptes bis 2007 gelang es, über die Visualisierung der im Boden verborgenen romanischen Kirchenmauern, mit zwei Filmen zu Bau- und Gründungsgeschichte sowie einer Klanginstallation in der Krypta die touristische Attraktivität nachhaltig zu erhöhen.

Gabionen schützen die archäologischen Befunde

Nach den von uns ausgeführten Sicherungs- und Restaurierungsarbeiten am Turm der seit Jahrhunderten zu großen Teilen verschwundenen Klosterkirche wurde die touristische Erlebbarkeit der beeindruckenden Anlage durch unsere Spezialleistungen erheblich verbessert.

Die Ausgrabungen der Landesarchäologen wurden durch uns baulich begleitet. So konnte der wiederentdeckte Grundriss der ungewöhnlichen Kirche für die Besucher durch eine ansprechende Freiflächengestaltung erlebbar gemacht werden, die zugleich die archäologischen Befunde im Boden schützt.

Gewerk Restaurierung

  • Steinrestaurierung/Steinergänzung
  • Einbau neuer Geschossebenen und Treppenanlagen


Zeitraum
2008

Ansprechpartner
Sören Blankenburg
blankenburg.soeren@bennert.de

Planungsbüro
Klaus Wagner
Zwickauer Weg 1
Erfurt


Gewerk Freiflächengestaltung

  • Bauliche Unterstützung der archäologischen Grabungen
  • Darstellung des Kirchengrundrisses im Außenraum durch verschiedene Oberflächen und Natursteintrockenmauern (Gabionen)
  • barrierefreie Zuwegung zum Turm

Zeitraum
2006 – 2007

Ansprechpartner
Enrico Herda

Bauherr
Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten
Schloss Heidecksburg 1
07391 Rudolstadt